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Die wichtigsten New-Wave-Bands, von Blondie bis Ideal

Die wichtigsten New-Wave-Bands aus New York, Akron, Sheffield, Basildon und West-Berlin: 18 Gruppen mit Gründungsjahr, Einstiegsplatte und Begründung.

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Die wichtigsten New-Wave-Bands haben die Energie des Punk in Songs übersetzt, die im Radio funktionierten. Kurz: Blondie, Talking Heads, Devo, The Cars, The B-52’s, The Police, The Human League und Depeche Mode, aus deutscher Sicht dazu Ideal, Trio und Nena. New Wave verlief in zwei Phasen. Bis etwa 1979 waren es Gitarrenbands aus den Punkclubs, die Melodien wichtiger fanden als Wut. Ab 1980 rückten Synthesizer, Videoclips und Nummer-eins-Hits in den Vordergrund. Unsere Liste deckt beides ab, mit Gründungsjahr, Herkunft und einer Platte zum Anfangen. Den Begriff selbst erklärt unser Beitrag Was ist New Wave?.

So haben wir ausgewählt

Auf die Liste kamen Bands, die den Sound mit erfunden oder zu einem neuen Publikum getragen haben, mit Platten bis 1984. Reine Bekanntheit reichte nicht. Joy Division, The Cure oder Siouxsie and the Banshees werden oft zur New Wave gezählt, stehen bei uns aber unter den Post-Punk-Bands.

Die Gitarrenjahre

  1. Blondie (New York, 1974). Debbie Harry und Chris Stein gründeten die Band in der Zeit des CBGB und spielten neben den Ramones und Television. Am Ende standen Nummer-eins-Hits in Großbritannien und den USA. Einstieg: Parallel Lines (1978). Die ganze Geschichte steht in unserem Porträt von Blondie.
  2. Talking Heads (New York, 1975). Drei Kunststudenten aus Rhode Island, die im Juni 1975 ihr erstes Konzert im CBGB gaben, später kam Jerry Harrison dazu. Aus ihrem nervösen Funk wurden die vielschichtigen Rhythmen von Remain in Light (1980), der besten Einstiegsplatte.
  3. Devo (Akron, Ohio, 1973). Gegründet von Kunststudenten der Kent State University rund um eine ironische Theorie vom Rückschritt der Menschheit. Brian Eno produzierte das Debüt Q: Are We Not Men? A: We Are Devo! (1978).
  4. Elvis Costello and the Attractions (London, 1977). Nach My Aim Is True auf Stiff gründete Costello die Attractions. This Year’s Model (1978) ist straffer und wütender und der bessere Einstieg.
  5. The Cars (Boston, 1976). Ric Ocasek und Benjamin Orr machten New Wave tauglich für das amerikanische Rockradio. Das Debüt The Cars (1978) klingt fast wie ein Best-of.
  6. The Police (London, 1977). Stewart Copeland, Sting und ab 1977 Andy Summers verbanden das Tempo des Punk mit der Luftigkeit des Reggae und waren 1983 eine der größten Bands der Welt. Roh: Outlandos d’Amour (1978).
  7. The B-52’s (Athens, Georgia, 1976). Eine Partyband aus einer Universitätsstadt, mit Ricky Wilsons eigenwillig gestimmter Gitarre. Ihr Debüt (1979) machte Athens bekannt, ein paar Jahre bevor R.E.M. von dort kamen.
  8. XTC (Swindon, ab 1975). Andy Partridge und Colin Moulding schrieben einige der einfallsreichsten Songs der Zeit und hörten 1982 mit dem Touren auf. Einstieg: Drums and Wires (1979).
  9. The Pretenders (London, 1978). Die Amerikanerin Chrissie Hynde hatte in London für die Musikpresse geschrieben, bevor sie mit drei Musikern aus Hereford eine Band gründete. Das Debüt Pretenders (1980) gehört in jede Sammlung.
  10. The Go-Go’s (Los Angeles, 1978). Aus der Punkszene von Los Angeles. Beauty and the Beat (1981) erreichte Platz eins der US-Albumcharts, als erstes Album einer reinen Frauenband, die ihre Songs selbst schrieb und spielte.

Die Synthesizer-Jahre

  1. Tubeway Army und Gary Numan (London, 1977). Eine Punkband, die im Studio den Synthesizer entdeckte. Auf Replicas (1979) steht der Nummer-eins-Hit Are ‘Friends’ Electric?.
  2. The Human League (Sheffield, 1977). Erst ein experimentelles Elektronikprojekt, nach der Spaltung 1980 eine Popband mit zwei jungen Sängerinnen. Dare (1981) ist eines der prägenden Alben des Jahrzehnts.
  3. Orchestral Manoeuvres in the Dark (Wirral, 1978). Die erste Single Electricity erschien 1979 bei Factory. Einstieg: Architecture & Morality (1981).
  4. Depeche Mode (Basildon, 1980). Vier junge Männer aus Essex mit Synthesizern und Gespür für Melodien. Speak & Spell (1981) ist der unbeschwerte Anfang, später wurde die Band düsterer und viel größer. In Deutschland hatte sie früh eine besonders treue Anhängerschaft, auch in der DDR.
  5. Duran Duran (Birmingham, 1978). Hausband im Club Rum Runner und eine der ersten Bands, die mit MTV groß wurde. Einstieg: Rio (1982).
  6. Ideal (West-Berlin, 1980). Annette Humpe, Ernst Ulrich Deuker, Frank Jürgen Krüger und Hans Behrendt spielten trockene, großstädtische Songs, die mehr mit New Wave als mit Schlager zu tun hatten. Das Debüt Ideal (1980) erschien bei einem kleinen Label und verkaufte sich trotzdem stark.
  7. Trio (Großenkneten, 1980). Stephan Remmler, Gert Krawinkel und Peter Behrens reduzierten Popmusik auf Stimme, Gitarre und Casio-Rhythmus. Da Da Da wurde 1982 zum internationalen Hit. Einstieg: das Album Trio (1981).
  8. Nena (West-Berlin, 1981). Die Band um Sängerin Gabriele Kerner kam mit 99 Luftballons auf Platz eins in der Bundesrepublik und mit der deutschen Fassung auf Platz zwei in den USA. Mehr zur Bewegung dahinter im Beitrag zur Neuen Deutschen Welle.

Wer fehlt

Kraftwerk haben den Synthpop mehr geprägt als jede andere Band, waren aber schon vor dem Punk etabliert und gehörten keiner New-Wave-Szene an. R.E.M. und ihr Debüt Murmur (1983) stehen am Übergang zum College Rock. Spätere NDW-Erfolge, die eher zum Schlager gehören, lassen wir weg. Einzelne Songs, auch von Bands, die hier nicht stehen, finden Sie in unserer Liste der besten New-Wave-Songs.

Ein Abend, sechs Platten

Wer nur einen Abend hat, hört je eine Platte von Blondie, Talking Heads, Devo, The Human League, Depeche Mode und Ideal. Damit ist der Weg vom CBGB in die Synthpop-Charts und von New York bis West-Berlin abgedeckt. Woher die Energie kam, erzählt unser Beitrag über New York Punk, wo mehrere dieser Bands ihre ersten Konzerte spielten.

Häufige Fragen

Welche New-Wave-Bands sind die bekanntesten?

International sind es Blondie, Talking Heads, The Police, The Cars, Devo, The B-52's, Duran Duran, The Human League und Depeche Mode. In Deutschland kommen Nena, Ideal und Trio dazu, die aus der Neuen Deutschen Welle hervorgingen.

Gehören NDW-Bands zur New Wave?

Teilweise. Die Neue Deutsche Welle war eine eigene Bewegung mit eigenen Labels und Städten. Bands wie Ideal, Trio oder Nena wurden aber international als Teil der New Wave gehört, und ihr Sound stand der britischen Synthpop-Welle nahe.

War Blondie Punk oder New Wave?

Beides. Blondie gehörten ab 1974 zur Szene um das CBGB, zusammen mit den Ramones und Television. Ihre Platten orientierten sich aber an Sechziger-Pop und später an Disco, deshalb werden sie meist unter New Wave geführt.

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