Die Klatschspalte

Rip Her To SHREDS

Der Song, mit dem Blondie 1976 die Klatschpresse mit ihren eigenen Waffen schlug — schmutzig, bissig und bis heute unbequem.

3:23 Min · Punk / New Wave · vom Debütalbum »Blondie«

Aktenzeichen

Der Steckbrief

Akte 1976

Songdaten

BandBlondie
Album»Blondie« (Debüt)
ErschienenDezember 1976
UK-SingleNovember 1977
AutorenHarry & Stein
ProduzentRichard Gottehrer
StudioPlaza Sound, NYC
GenrePunk · New Wave
Länge3:23
Kein Hit. Ein Statement.

Als B-Seiten dienten „In the Flesh" und „X Offender" — zwei Songs, die zuvor schon als A-Seiten erschienen waren. „Rip Her to Shreds" war die erste UK-Single der Band und legte den Grundstein für den unverwechselbaren Blondie-Ton: Pop-Melodie mit Punk-Zähnen.

Aufgenommen in nur wenigen Wochen im Sommer 1976, gemeinsam mit dem Rest des Debütalbums.

Die Story

Worum es wirklich geht

Auf den ersten Blick klingt „Rip Her to Shreds" wie ein gehässiger Angriff auf eine Rivalin. Doch Debbie Harry schlüpft hier bewusst in die Rolle einer Klatschkolumnistin, die eine Frau öffentlich zerpflückt — Kleidungsstück für Kleidungsstück, Gerücht für Gerücht. Ihr Ziel ist keine reale Person, sondern eine Kunstfigur: ein Destillat all der Frauen aus der New Yorker Szene, Debbie Harry selbst eingeschlossen.

Der eigentliche Angriff gilt der Boulevardpresse. In einem BBC-Interview erklärte Harry, der Song handle davon, was Klatschspalten mit dem Leben von Menschen anrichten — und wie sie besonders Frauen im Rockgeschäft auseinandernehmen. Damit stand Harry gleichzeitig auf beiden Seiten: als spöttische Beobachterin und als die Beobachtete.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, gemeint sei Nancy Spungen, die Freundin von Sid Vicious. Harry hat das stets zurückgewiesen. Die Frau im Titel ist niemand Bestimmtes — und zugleich jede.

Ausgeschnitten & aufgeklebt

Vier Schnipsel aus dem Archiv

Nr. 01

Schmutzig & bedrohlich

So beschrieb Debbie Harry den Song selbst — „dirty and menacing". Genau dieser raue Ton wurde zum Prototyp des frühen Blondie-Sounds.

Nr. 02

Das zerrissene Brautkleid

Bei frühen Clubauftritten trug Harry mitunter ein Brautkleid, das sie während des Songs Stück für Stück auf der Bühne zerriss. Die Show wurde zur Pointe des Titels.

Nr. 03

Gruß an den Underground

Laut Gitarrist Chris Stein ist der Track eine Hommage an „I'm Waiting for the Man" von The Velvet Underground — den Herzschlag des New Yorker Undergrounds.

Nr. 04

Der Skandal-Slogan

Die Plattenfirma bewarb die Single mit Harrys Konterfei und der Zeile „Wouldn't you like to rip her to shreds?". Frauenrechtsgruppen liefen Sturm — der Song hatte seinen Punkt gemacht, ehe er überhaupt lief.

3:23

Länge

1976

Aufnahme

#81

Charts AUS

11

Songs am Debüt

Das Nachspiel

Vom Clubgeheimnis zum Klassiker

Als erste UK-Single von Blondie erschien „Rip Her to Shreds" Ende 1977 bei Chrysalis — und verfehlte zunächst die Charts. In Australien reichte es im März 1978 immerhin für Platz 81.

Kommerziell ein Fehlstart, kulturell das Gegenteil: Der Song gehörte zum festen Live-Repertoire, mit dem Blondie sich in Clubs wie dem legendären CBGB einen Namen machte — und markiert bis heute den Moment, in dem sich Punk-Wut und Pop-Gespür bei der Band zum ersten Mal trafen.

Fan- und Informationsseite über den Blondie-Song „Rip Her to Shreds". „Blondie" sowie alle genannten Song- und Albumtitel sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Diese Seite ist kein offizielles Angebot der Band oder ihres Labels und steht in keiner Verbindung zu diesen.Fan- und Informationsseite über den Blondie-Song „Rip Her to Shreds". „Blondie" sowie alle genannten Song- und Albumtitel sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Diese Seite ist kein offizielles Angebot der Band oder ihres Labels und steht in keiner Verbindung zu diesen.